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Donnerstag, 8. Juni 2017

Appliziertes Latein


Allgemein ist den Bürgern bekannt, 
dass longe lateque heißt weit und breit,
Und weil ich hic et nunc denk allerhand,
Ergeb ich dem Trunk mich, was garnicht gescheit.
Ich preise gloria in excelsis Uhu,
Denn hic habit Felicitas und ihr Geliebter Schmafu

Ist fast erbärmlich, was von den Schulkenntnisen noch verblieb,
aber es ist schon sieben Jahrzehnte her, na also!

Montag, 17. April 2017

Irrsinnsritter a.U. 158


Zu Ritter Schmafu, dem reimereichen
wollte heimlich der Irrsinnsritter schleichen,
auf dass man den, der sonst nix, ergriffe,
wie er eben einstudierte die Kniffe,
um seine Gegner beim Turney zu besiegen
und das Siegesurteil zurecht sich zu biegen.

Doch ehe er noch den Gesuchten erreicht,
wird dieser vom Schrecken erfasst und erbleicht,
da er erblickt auf des Thrones Stufen
ein grässliches Antlitz. Er schreit, er muss rufen:
Sieh da, sieh da, Ritter Spiegelberg,
Der grinst wie der hässliche Gartenzwerg!

Ein Gartenzwerg? Wie der der verschwunden?
Was soll dieser Ausruf wohl bekunden?
Des Uhus Wirken macht bekennen.
Der Meuchler gibt sich zu erkennen.
Ergreift ihn, der sich nennnt Schmafu!
Zehn Rosennobel seine Pön, LuLu!

Rt Schmafu, und sonst nix (385) hatte diese Fechsung vorbereitet, doch wollte er durchaus nicht wieder die Trophäe gewinnen und hielt daher eine andere Fechsung (Der gemeuchelte Gartenzwerg), die er nicht als Turneybeitrag anmeldete.

Der gemeuchelte Gartenzwerg


Einen Zwerg zu töten ist leine Ruhmestat
Und könnte sogar den beschämen,
Der sich als Täter lässt erkennen.
Es mag daher verständlich sein,
Dass solche Tat man nur versteckt
Und daher unerkannt begehen will,
Dass man nicht einfach tötet,
sondern meuchelt!

Als ob dies nicht schon reichlich kompliziert,
So breitet jetzt sich weiter die Verwirrung aus,
Denn dieser Zwerg ist doch nicht irgendeiner
Der eingeschrumpft erscheinenden dem Menschen Ähnlichen
Und vielleicht gar nicht in der Wirklichkeit,
Nein, nur als Märchenexistenzen, nur erdachten Wesen,
Nein, es kommt noch zur Benennung
und als Gattungsmerkmal hinzu der Garten,
so dass in diesem speziellen Falle
Von einem Gartenzwerge die Rede sei.

Und da wir eben die reale Existenz von solchen Wesen
In Frage stellten bzw verneinten,
So können wir mit einiger Berechtigung
Vom Gartenzwerg als Gattung sprechen,
Und kommen damit zur Behauptung,
Dass diese Spezies man hinterrücks ermordete
Und damit unvermeidlich auf die Frage stößt WARUM?
Da überdies nun aus der Spracherklärung
Es festzustehen scheint, dass jener der die Tat verübte,
Dies im Geheimen ausgeführt, um unerkannt zu bleiben,
Lässt sich wohl kaum vermeiden,
Dass man nach dem Motiv für solches Vorgehen fragt.

Halt, Achtung auf den Widerspruch, da man von Gattung redete
und doch ein Einzelwesen nur ward unterdrückt.
Ist denn ein Einzelner identisch mit der Masse,
Oder vielleicht in Einzelheiten nur,
Indes in mancherlei Aspekten
Ein Individuum sich individualisiert,
da es ansonst kein Individuum verbliebe!

Was also waren die Besonderheiten jenes Wesens,
Das eines Mörders Opfer wurde?
Es war, und dies als erste Eigenheit, gewidmet dem als Leihegabe,
Der aus dem jährlichen Turney des Reyches,
Schlaraffenreyches Lulutetia Parisiorum,
Das um das Thema Irrsinnsritter abgehalten wird
Durch eine Fechsung, deren Irrsinn Anerkennung findet,
Zum Sieger wird erklärt und diesen Gartenzwerg
Zu sich in seine Heimburg auf ein Jahr darf stolz entführen!

Wenn jener Sieger aber die Trophäe in seinem Heime
Auf dem Kaminsims prächtig aufgestellt,
Kann es passieren, dass des Recken Holde,
Die in Schlaraffensprache Burgfrau wird benannt,
Weil dem Schlaraffen angetraut und sehr zum Unterschied
Von einem „schlampigen Verhältnis“, wie in Wien
man eine nicht durch Ehebande festgebundene Maitresse nennt,
die in der Sprache der Schlaraffen „Burgwonne“ heißt,
Womit man wohl zum Ausdruck bringen will,
dass die Moral im Ehestande zwar verbürgt sein mag,
Die Lust man dort jedoch vergebens suchen wird.

Da also diese Holde den Kaminschmuck überrascht erblickt,
Mag dieses ihr gar einen Schrei entlocken
Und ihre sonst zumeist recht sanften Züge
Verzerren Abscheu und Entsetzen:
„Was sucht dies Scheusal hier in dem Salon,
Ich bitte Dich mich zu beschützen und dieser Teufelsausgeburt,
Der es an jeglichen Geschmack gebricht,
Ein Anderswo zu finden!“
Wenn nun der so gekränkte Burgherr
Seinen heiß erkämpften Siegespreis
Von dem Kaminsims nimmt und ihn entführt,
So folgen angstvoll ihm der Burgfrau Blicke,
Die nach Gewissheit sucht, den letztlich ausgewählten Ort,
Wo ihr Gemahl den Zwerg nun deponiert,
zu wissen und sich einzuprägen
und dieser ist das kleine runde Tischchen
nächst dem Erkerfenster in der obersten Etage ihrer Burg.

Vom Störenfried befreit sieht der Salon
Wie Herr und Frau sich des erneuten Friedens
Der nun in ihre Burg zurückgekehrt, ergötzen und erfreuen.
Nach einer liebevollen Feierstunde,
Von einem Gläschen edler Lethe, oder warens zwei?
Verschönt, begibt man sich zur Ruhe , flüstert „Gute Nacht“
Es legt sich die Erregtheit, es entspannt der Schlaf,
Und Ruhe breitet aus sich in der Burg.
Die edle Burgfrau lauscht den tiefen Atemzügen
des ehelichen Rittersmannes neben ihr,
Und sie erhebt sich leise, geht wohl in den Erker?
Kehrt bald zurück und schläft mit einem Lächeln ein.

„Das kann nur das verdammter Katzenvieh gewesen sein“
So tobt des Morgens unser Burgherr vor dem umgestürzten Tischchen
Und fast mit Tränen blickt er auf die Scherben,
Die von der Gartenzwergfigur verblieben,
Verstreut unwiederbringlich auf des Erkerzimmers Fliesen.
Er seufzt "Warum ließ ich die Türe offen,
Die ich doch stets geschlossen?"
Und während schmerzgebeugt
er seinen Frühstückstee genusslos schlürft,
Veredelt stillzufriedenes Lächeln seiner Burgfrau Züge.


siehe Fußnote zu Irrsinnsritter a.U. 158

Donnerstag, 16. März 2017

Stammtischgeflüster

hochdeutsch,etwas Dialekt, etwas umgangssprachlich
Hörfassung

Ein Stammtisch, an dem nur geflüstert wird,
Das scheint mir a wenig, aber ziemlich verdreht.
Da hat man sich wohl im Ausdruck geirrt.
Also schauma uns halt an, wie das weitergeht.

Für an Stammtisch da braucht man ein Wirtshaus zuerst
Und a Eckerl mit am besten an runden Tisch
Und a Schild, das zeigt, dass dazu Du gehörst
Und kein Fremder frech sich hier einemisch.

Wenn dann die würdigen Stammgäste kommen,
Sich auf’d Schulter, geklopft und ein Bier sich bestellt,
Auf dem angestammten Platz den Platz eingenommen,
Dann wird der Stammtisch zum Zentrum der Welt.

Man labt sich mit Bier und sucht zu beweisen,
Dass mia san viel weiser, san klüger, gescheiter,
Politik, Kunst und Umwelt, das san heiße Eisen,
Und am Stammtisch wird man zum Steckenpferdreiter.

So manches ist Tratsch und durchaus nicht gesichert,
Wenn der Peter dem Pepi vom Hansel erzählt,
Was der Franze ihm unter der Hand zugekichert.
Und is alles nit wahr, a verlogene Welt.

Doch was gestern im Park auf an Bankerl geschehen,
Wie die Großtant ganz zufällig vorüber gekommen
Und den Peperl seine Alte mit dem Maxi gesehen,
Das gehört sich nicht unter Christen, unter Frommen.

Ach so, meint der Eine, wo bleibt die Moral,
Das is heute nicht mehr aktuell, noch modern,
Seids Ihr neidig aufn Maxi, weil der noch so vital?
Das wären wir alle bisweilen noch recht gern!

He Du, red für Dich und nicht allgemein
Und lass die Kirchen aus dem Spiel.
Dass Du Deinen Sex befriedigst mit Dir selber allein,
Das sagt über Dich bereits ziemlich viel!

Was manst Du, nennst Du mich an Onanist?
Du sollst Dir nicht zu sehr die Goschen zerreißen,
Denn so a Zuagraster, wie Du ana bist,
Sollt sich in seine Lästerzungen beißen.

    Des könnts Ihr nur singen
    das könnts Ihr nit sagen.
    Greifts nit an mit den Fingern,
    sonst gehts Euch an den Kragen.

Aha, schön langsam kommen alle in Saft,
Pazifisten, Stänkerer, Revolutionär.
Der Stammtisch glaubt sich vielleicht als Bruderschaft,
Doch mit der Freundschaft isses garnit weit her.

Wer hat denn da wem in das Ohr was geflüstert?
Doch die meisten san terrisch und so beginnt man zu schreien
Die frohe Atmosphäre, sie ist nun verdüstert.
Man stänkert, man stichelt, es ist fast zum Speien.

Doch dann steht ana auf und klopft auf sein Glaserl
Und flüstert „ die nächste Runde bezahle ich!“
Und er, der so gern spielt a unschuldigs Waserl,
Schafft wieder den Frieden, und alle freuen sich.

So endet vom Stammtisch die wahre Geschichte,
Man flüstert, man schreit und vertragt sich wieder,
Und nüchtern besehen ist beim Tageslichte
Der Stammtisch nur unentbehrlich für seine Mitglieder.

Rt Schmafu, und sonst nix (385) für d.h.R. Castra Victoria
im Hornung a.U.158

Montag, 3. Oktober 2016

Paris ist eine Reise wert


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Hörfassung




Hinlänglich ist schon seit langem bekannt,
Dass die Zeiten sich und die Sippen ändern
In Paris, in Frankreich wie in anderen Ländern.
Doch kommt man damit nicht leicht zu Rand,

Denn blickt man stets vorwärts, schaut selten zurück,
So bleibt vom Vergangenem nur jenes Stück,
Wie es unserem schwachen Gedächtnis gefällt,
Und das nennt man dann von gestern die Welt. *)

Ob auch  Paris in dies Schema passe?
Die Lichterstadt der Kunst und der Liebe,
Die Boheme, die Seine, das hektisch Getriebe,
Restaurants, Montmartre oder auch Montparnasse?

So plant man lüstern dorthin eine Reise
Mit dem Flugzeug, der Bahn, wer kein Stinkross besitzt,
Das Gehirn schon vom Denken an Sünde erhitzt,
Die uns dort erwartet am Ende der Gleise.

Stumpfsinn moderner, verlogenes Zitat.
Vor einem Halbtausend meinte Heinrich der Vierte,
Als er zum Katholizismus konvertierte,
Was ihm sehr hilfreich, seinen Gegnern zum Schad,

Dass Paris, seine Stadt, wäre wert eine Messe.
So damals, als man noch dachte an Gott,
Was man heute belächelt und zitiert nur zum Spott,
Als hätte man eine bessere Adresse.

In Paris sind die Menschen jetzt ziemlich vermischt,
Verschiedenste Farben, Religionen und Rassen,
Das zu kommentieren, sollte besser man lassen,

Weil Redefreiheit sehr früh erlischt.Résultat de recherche d'images pour "Palais Elysee" 

Im Palast, dem elysischen, ein kleiner Spießer,
Vom verführten Volke dorthin berufen,
Der und seine Genossen schufen
Einen Staat chaotisch, wie nie noch bisher.


Jede Moral, die Kultur kam zu Schande,
man lässt sich von der Verfremdung reizen,
Das Spreu wird nicht mehr getrennt vom Weizen,
Die freie Liebe braucht keine Bande,


Vergessen die Ehe, es kopulieren
Verschiedene Geschlechter oder auch gleiche,
Oh, verjagt diesen Teufel! Satanas weiche!
Man sollte die Mächtigen alle kastrieren,

In die Wüste schicken Mahomet und alle,
Die nur darauf aus sind, unsere Welt zu zerstören!
Hilf uns, oh Herr! Musst uns erhören,
Wir ertrinken im Laster, erstickt in der Falle,

Die wir uns leichtsinnig selber gebaut.
Paris ist nicht mehr, ist wie Frankreich verloren,
Und wer es als Ziel  einer Reise erkoren,
Enteile, fliehe, rett seine Haut.

Lasst mich einen Augenblick kurz mich besinnen.
Dass der Alptraum aus meinem Schädel weiche.
Ich verliere mich leicht, es ist immer das Gleiche,
Helft mir meine Fassung wieder gewinnen.


*) Stefan Zweig: Die Welt von gestern

verfasst von Rt Schmafu, und sonst nix,
f ür eine Fechsung in der Lulutetia Parisiorum
am 4. Lethemond a.U. 157




Montag, 21. September 2015

Späte Heimkehr


       

Der müde Recke lehnte sich zurück
in seinem Notsitz unter einer Fichte.
Es lauschte seinem Selbstgespräche zum Glück
kein menschlich Ohr, denn in dem fahlen Lichte

des kühlen Frühlingsabends hatte keiner
der feisten Bürger sich hierher verlaufen.
Wenn man auch sagt, dass Waldesluft sei reiner,
so kann man sich für Luft nur wenig kaufen.

Ein Fläschchen Lethe aus der Satteltasche
und dazu einige gedörrte Pflaumen,
ist alles, was zum Abendmahl ich nasche,
doch habe ich ihn nie verwöhnt, den  Gaumen.

Ich hab noch guten Hafer für den Gaul,
der frisst ihn und dann legt er sich zur Seite.
Wir beide sind jetzt schon ein wenig faul:
Es ging der Idealismus schließlich pleite.

Als es begann vor vielen, vielen Jahren,
vor wieviel  habe ich schon lang vergessen,
war in der Burg ein Weib mit blonden Haaren,
der ich verfallen - die ich nie besessen.



Ich kniete hin mich vor sie und ich schwor,
und sprach von Minnediensten und dergleichen.
Ob ich mein Herz, ob ich den Kopf verlor?
Sie lächelte, ich nahms als Liebeszeichen

und stürzte aus der Burg zum Abenteuer.
Als Ritter wurd ich fahrend und bekannt,
doch blieb ich meinem Blondkopf in stets treuer
Ergebenheit und Sehnsucht zugewandt.

Wie ich jetzt unter meiner Fichte döse,
der Burg  so nahe, die ich einst verließ,
beschleicht mich der Gedanke, ob es böse,
dass ich  geflüchtet einst dies Paradies!

Erhebe ich mich, um zur Burg zu reiten,
was find ich dort, was wartet dort auf mich?
Ein fettes Weib, weißhaarig und mit breiten
und schwabbeligen Hintern sicherlich.

Wie schön war es, von Minne einst zu träumen,
ein Kavalierspiel, eine Liebelei,
Genug davon, ich will die Szene räumen,
denn was einmal versäumt, es ist vorbei.


Rt Schmafu, und sonst nix (385) eventuell für Minnekettenfechsung a.U. 156 vorgesehen

Wer fechst denn in Ahalla




Wer fechst denn in Ahalla 
Wer schlägt dort
Und wer schlägt es wann
Das TamTam?
Zum Anfang der kein Anbeginn, 
Zum Ende in der Ewigkeit?

Der Anfang war 
Was wirkt und ist 
Und wiederum wurde das Vergangene, 
Doch wo nicht gestern,
 Ist kein morgen, 
Die Zukunft braucht Vergangenheit.

Wer fechst in der Ahallasippung,
In dem Ahall 
Zu dem einmal 
Uns alle
Der große Styx Uhu
Am offenen Tore
Mit LuLu begrüßt?

Schäumt dort das Quell
In Humpen die sich niemals leeren,
Ist Lethe köstlich prickelnd
Leuchtend golden 
Pupurn dunkelrot
Berauschend
Den der ewig nüchtern
Verzückung sucht
Und die Ekstase?

Die aber wäre doch ein Ausstieg 
In eine Überhöhung.

Wohin
Da Raum
Und Zeit
Und Dauer
Nicht mehr sind
Vielleicht auch
Nie gewesen
Vielleicht
Tam
Tam
Tam


Rt Schmafu, und sonst nix (385) am 1. Wonnemond a.U. 156