Hörfassung
Die Nase rinnt,
Ob ich mich schnäuzen soll?
Es fließt der Rotz, als wär es weißes Blut.
Es ist die Nase, meine, nein, die des andern,
Der immer in mir hockt und grinst!
Die Nase habe ich Dir eingeschlagen,
Ich, Ritter Dagobert, der Heidenschreck.
Hurra, ich wachse, wachse über mich hinaus,
Steige aus mir, weg von dem andern,
Und die Rüstung legt sich an mich.
Ich strahle in meiner Rüstung aus Kupfer und Stahl
Und bald werde ich aus dem Tore schreiten.
Wie der Sensenschnitt fegte die Felder kahl,
Soll meine Gnade die sündigen Knechte begleiten,
Wenn sie in den Scheunen die Ernte speichern,
Die ermüdeten Rosse zur Tränke geleiten,
Meine Schatzkammer mit dem Zehent bereichern,
Um damit der Kreuzfahrt Kosten bestreiten.
All diese Ideen, ich bin fasziniert
Von mir selbst so sehr, dass ich mich zwinge
Zu überlegen, was eben mit mir passiert,
Ohne dass ich, was wesentlich, überspringe.
Also vorerst schließe ich die Augen zu,
Um den Blick in mich selbst zu richten,
Und erkenne, dort hockt noch das andere Du
Und jongliert mit verworrenen Gesichten.
Bin ich Du, bist Du ich? Ein Husten,ein Stöhnen
Schüttelt mich, reißt mir die Augen auf.
Ich muss mir das Rauchen abgewöhnen,
Wenn ich mich verstecke, kommt niemand darauf.
Die strahlende Kupferstahlrüstung verhindert,
Dass von Erfolg das Versteckenspiel.
Mein Eifer jedoch ist dadurch nicht vermindert,
So versuche Ich es jetzt mit dem Sexappeal.
Doch die strahlende Rüstung verformt sich zu Krepp
Und die Hose zeigt keine Bügelfalte,
He, Ritter Dagobert, rotziger Depp,
Hock nieder und bete ein „Uhu erhalte“
Es lachen die Knechte und schlürfen ihr Quell,
Und die Burgfräulein tragen ein weißes Gewand.
Sie fesseln mich auf das Bettgestell.
Ein Weißkittel streichelt sanft meine Hand.
Du bekommst jetzt eine Beruhigungsspritze
Und dann schläft du friedlich bis morgen früh
Denn Kreuzzüge, Ritter und ähnliche Witze
Gibt es nur in Schlaraffia, LuLu und Lülü!
Rt Schmafu fechste diesen Text im Lenzmond a.U. 2018
im Turney um den Irrsinnsritter veranstaltet vom h.R. Lulutetia Parisiorum
Donnerstag, 15. März 2018
Samstag, 3. März 2018
Bin i a Kärntner Hamlet
Sein oder Nichtsein
Schwein oder Sau?
Ach schmölze doch dies allzu fette Fleisch...
Neulich bin i zua Schlaraffensippung gongan,
Weil i mi alan so schrecklich einsam fiel.
Teixl, hot mei Nosn da so an Geruch empfangen,
Das i schnurstracks hob di Kuchl gnommen ols mei Ziel.
Won i a Idee hob in mein Kopf,
Dafon obbringan kann mi ka Schwein.
I pok di Gelegenheit jetzt beim Schopf
Und schau in den Kochtopf hinein.
Wos I dorten sig, is grauslig a wengal,
Und erinnert mi an di Gijotin.
A obkauter Kopf mocht Angst selbst an Engal,
Wos I jo beileibe nit bin.
Do siedets und dampft mit Karotn und Zwibel
Und faschidene Kreutlan, di i nit kenn:
I schluck noch schnell obe a eiskoltes Stiegl,
Befua i aus da Kuchl ausse renn.
Da hob i a Sau ghabt, dass mi nit ham dawuschen
Ols Häferlgucka, dös het mi schenirt,
Won man mi gsehen het beim Aussehuschen,
Weil man so schnell seine Würde faliert.
Ols Unentdeckter schleich i in di Sippung eine
Und nehm meinen Sesshaften ein,
Streck zufrieden aus di noch zittrigen Beine
Und den Uhu zu preisen, dös macht mia ka Pein.
Mei Leibspeis is a Kalbskopf gebacken,
Doch wos ma serviert, is da Schädel eina Sau!
Won i den nua anschau, packt di Ongst mi beim Nacken.
I was nit, ob I bleib oder ob i abhau?
A Schwein müast I hobn, müasat hobn a Sau.
Es fixiean mi di Augen von dem abghauten Kopf.
Es nutzt nix, dass i nit hinschau,
Es fafolgt mi dos Bild von dem Suppentopf.
Kostets nua amal, filiaba Ritter Schmafu,
A Ohrwascherl vielleicht oder liaba a schenes Wangerl?
Jetzt hams mi dawischt, bitte lossts mi in Ruh,
Gönts mia nua ols Nachspeis a Pariser Stangerl.
I muas aufpassen, dass i nit ausrutsch, mi nit faföl,
Denn feine Ohren, doch a zarts Seelchen hot da Uhu.
Won i bei da Wuetwal mi nua a bissal verwöl,
Don hast es glei: Burgverlies fian Ritter Schmafu!
Vom Schweinischen hob i füa heite gnua
Und i red mi nit weiter um Kopf und Kragen,
Mein Gehirn is fatrocknet, so kumt es mia foa:
Zum Sauschädel wil i ka Wörterl mea sogen.
Rt Schmafu, und sonst nix (385)
zur Sauschädelsippung des h.R. Claudium Forum im Hornung a.U.159
Sonntag, 4. Februar 2018
Schneehasen
A Schneehos is weiß, färbt im Sommer sich braun.
Doch i gschbia, do steckt so wos Gluschtiges drin,
dos möcht i mia jetzt etwas näha beschaun.
Sagt mei Weiberl. was du imma dia solchane bildal beschaust
von de Madeln, du solltest di schamen,
du Lustmolch, dass dia for dia selba nit graust!
Solche Haserl haben auch noch andere Namen.
A Bunny, dös kann si schon amol in da Kuntschaft irren
und im Schoß ana Familie di Atmosphäre verwirren,
weil da Fota fil zu gern sowas Süaßes beschaut,
das ihn kribbelig mocht, kolt und haß wird sei Haut.
Doch red er von dem Prickeln zu seiner Frau,
dös is a fela und ganz fakehrt,
denn in seinem Olta is di Fleischbeschau,
außa da ehelichen, ihm (leida psst!) fawehrt.
Drum wird er literarisch und fast a Poet,
red von da Alice, di im Wunderland sich fairrt,
weil’s dem Schneehosen folgt, der kummt immer zu spet,
und er hofft, dass sei Weiberl glaubt, wos er phantasiert!
A Schneehaserl is weiß, wia di Unschuld, wia da Schnee
und ans Wunderland zu glauben, das tuat niemanden weh.
Dass da Hos sich ferfärbt, kummt da liebliche Mai,
wird a Rammler, was solls, i bin nimma dabei.

Darum schlage ich jetzt das Märchenbuch zu
LuLu, liebe Freunde! seufzt Euer Schmafu.
Dies fechste Rt Schmafu bei der Castra Victoria im Eismond a.U.159
Donnerstag, 12. Oktober 2017
Quousque tandem... wie lange noch Lulutetia
Ist Leben denn immer auch lebenswert?So muss man sich manchmal befragen,
Wenn man glaubt, dass kein Hund sich darum schert,
Ob wir fressen oder am Hungertuch nagen.
Wert sein, was kann das nicht alles heißen!
Wenn man philosophisch vorbelastet,
Kann man sich in dieses Thema verbeißen.
Vorsichtig, nur nicht überhastet.
Uhuverflixt, brotloses Jammern,
Nur nicht sich vor der Wahrheit verstecken:
Wir vegetieren in winzigen Kammern
Und sollten uns dort nach der Decke strecken.
Gern blickt man nach hinten, statt mutig voraus,
Doch erfordert es Mut, zu erkennen die Leere.
Fehlt der Nachschub, geht der Flamme die Puste aus.
Kein heldischer Tod, kein viel Feind, viel Ehre!
Sollte man also die Hoffnung aufgeben,
Das alles vorbei, zu Ende, Stop!
Nein, denn niemals endet das Leben,
Es erneuert sich ständig, und ob!
Denkt an das Bild von der schiefen Bahn,
Auf der man so leicht nach unten schlittert.
Doch die andere Richtung, sie zeigt bergan,
Drum kämpfen wir weiter und sind nicht verbittert.
Wie eine Insel im Meer, wo sich drängten
Einst Kelten, Römer, Germanen,
Die recht und schlecht ihre Schicksale lenkten,
Wenn sie sich scharten um ihre Fahnen.
Wir wollen keine Eroberer sein,
Wir sind Gäste im Fremdland und hüten aufs Beste
Einen Treffpunkt, wo Freunde sich finden ein
Um den Uhu zu preisen beim fröhlichen Feste.
Dem Gastland zu Ehren haben wir erwählt,
Uns nach dem Namen der Stadt zu benennen,
Doch wenn es an Luluteten fehlt,
Ist alles vorbei und wir müssen uns trennen.
Helft, bitte, dass wir nicht verkommen,
Kennt Ihr denn niemand, den Ihr könnt empfehlen?
Noch nicht alle Felle sind fortgeschwommen,
Doch ein düstrer Ausblick lässt kaum sich verhehlen.
Am Anfang der Fechsung hab vom Hund ich gesprochen,
Von dem Herr Goethe (ES Faust) einst gesagt,
Dass mit jenem Pudel der Bann sei gebrochen,
Und er, der Faust, hab Magie gewagt,

Was Wissen und ehrliches Mühen nicht geschafft.
Da, wie er gehofft, diese bieten werde,
Ach wüsste ich nur die Zaubergebärde,
Die Lulutetia gäb neue Kraft!
Doch ich rufe vergeblich mit Reimen, mit Worten
Nach neuen Freunden für Uhus Bund.
Helft uns beim Suchen aller Orten
Wir wollen weiterleben und…
Lulutetia lebt? war Fechsungsthema der Eröffnungssippung der Jahrung 158/59 und ein Hilferuf! Wer hört, wer handelt? fragt Rt Schmafu, und sonst nix, mit gerunzelter Stirne
Donnerstag, 8. Juni 2017
Appliziertes Latein
Allgemein ist den Bürgern bekannt,
dass longe lateque heißt weit und breit,
Und weil ich hic et nunc denk allerhand,
Ergeb ich dem Trunk mich, was garnicht gescheit.
Ich preise gloria in excelsis Uhu,
Denn hic habit Felicitas und ihr Geliebter Schmafu
Ist fast erbärmlich, was von den Schulkenntnisen noch verblieb,
aber es ist schon sieben Jahrzehnte her, na also!
Montag, 17. April 2017
Irrsinnsritter a.U. 158
Zu Ritter Schmafu, dem reimereichen
wollte heimlich der Irrsinnsritter schleichen,
auf dass man den, der sonst nix, ergriffe,
wie er eben einstudierte die Kniffe,
um seine Gegner beim Turney zu besiegen
und das Siegesurteil zurecht sich zu biegen.
Doch ehe er noch den Gesuchten erreicht,
wird dieser vom Schrecken erfasst und erbleicht,
da er erblickt auf des Thrones Stufen
ein grässliches Antlitz. Er schreit, er muss rufen:
Sieh da, sieh da, Ritter Spiegelberg,
Der grinst wie der hässliche Gartenzwerg!
Ein Gartenzwerg? Wie der der verschwunden?
Was soll dieser Ausruf wohl bekunden?
Des Uhus Wirken macht bekennen.
Der Meuchler gibt sich zu erkennen.
Ergreift ihn, der sich nennnt Schmafu!
Zehn Rosennobel seine Pön, LuLu!
Rt Schmafu, und sonst nix (385) hatte diese Fechsung vorbereitet, doch wollte er durchaus nicht wieder die Trophäe gewinnen und hielt daher eine andere Fechsung (Der gemeuchelte Gartenzwerg), die er nicht als Turneybeitrag anmeldete.
Der gemeuchelte Gartenzwerg
Einen Zwerg zu töten ist leine Ruhmestat
Und könnte sogar den beschämen,
Der sich als Täter lässt erkennen.
Es mag daher verständlich sein,
Dass solche Tat man nur versteckt
Und daher unerkannt begehen will,
Dass man nicht einfach tötet,
sondern meuchelt!
Als ob dies nicht schon reichlich kompliziert,
So breitet jetzt sich weiter die Verwirrung aus,
Denn dieser Zwerg ist doch nicht irgendeiner
Der eingeschrumpft erscheinenden dem Menschen Ähnlichen
Und vielleicht gar nicht in der Wirklichkeit,
Nein, nur als Märchenexistenzen, nur erdachten Wesen,
Nein, es kommt noch zur Benennung
und als Gattungsmerkmal hinzu der Garten,
so dass in diesem speziellen Falle
Von einem Gartenzwerge die Rede sei.
Und da wir eben die reale Existenz von solchen Wesen
In Frage stellten bzw verneinten,
So können wir mit einiger Berechtigung
Vom Gartenzwerg als Gattung sprechen,
Und kommen damit zur Behauptung,
Dass diese Spezies man hinterrücks ermordete
Und damit unvermeidlich auf die Frage stößt WARUM?
Da überdies nun aus der Spracherklärung
Es festzustehen scheint, dass jener der die Tat verübte,
Dies im Geheimen ausgeführt, um unerkannt zu bleiben,
Lässt sich wohl kaum vermeiden,
Dass man nach dem Motiv für solches Vorgehen fragt.
Halt, Achtung auf den Widerspruch, da man von Gattung redete
und doch ein Einzelwesen nur ward unterdrückt.
Ist denn ein Einzelner identisch mit der Masse,
Oder vielleicht in Einzelheiten nur,
Indes in mancherlei Aspekten
Ein Individuum sich individualisiert,
da es ansonst kein Individuum verbliebe!
Was also waren die Besonderheiten jenes Wesens,
Das eines Mörders Opfer wurde?
Es war, und dies als erste Eigenheit, gewidmet dem als Leihegabe,
Der aus dem jährlichen Turney des Reyches,
Schlaraffenreyches Lulutetia Parisiorum,
Das um das Thema Irrsinnsritter abgehalten wird
Durch eine Fechsung, deren Irrsinn Anerkennung findet,
Zum Sieger wird erklärt und diesen Gartenzwerg
Zu sich in seine Heimburg auf ein Jahr darf stolz entführen!
Wenn jener Sieger aber die Trophäe in seinem Heime
Auf dem Kaminsims prächtig aufgestellt,
Kann es passieren, dass des Recken Holde,
Die in Schlaraffensprache Burgfrau wird benannt,
Weil dem Schlaraffen angetraut und sehr zum Unterschied
Von einem „schlampigen Verhältnis“, wie in Wien
man eine nicht durch Ehebande festgebundene Maitresse nennt,
die in der Sprache der Schlaraffen „Burgwonne“ heißt,
Womit man wohl zum Ausdruck bringen will,
dass die Moral im Ehestande zwar verbürgt sein mag,
Die Lust man dort jedoch vergebens suchen wird.
Da also diese Holde den Kaminschmuck überrascht erblickt,
Mag dieses ihr gar einen Schrei entlocken
Und ihre sonst zumeist recht sanften Züge
Verzerren Abscheu und Entsetzen:
„Was sucht dies Scheusal hier in dem Salon,
Ich bitte Dich mich zu beschützen und dieser Teufelsausgeburt,
Der es an jeglichen Geschmack gebricht,
Ein Anderswo zu finden!“
Wenn nun der so gekränkte Burgherr
Seinen heiß erkämpften Siegespreis
Von dem Kaminsims nimmt und ihn entführt,
So folgen angstvoll ihm der Burgfrau Blicke,
Die nach Gewissheit sucht, den letztlich ausgewählten Ort,
Wo ihr Gemahl den Zwerg nun deponiert,
zu wissen und sich einzuprägen
und dieser ist das kleine runde Tischchen
nächst dem Erkerfenster in der obersten Etage ihrer Burg.
Vom Störenfried befreit sieht der Salon
Wie Herr und Frau sich des erneuten Friedens
Der nun in ihre Burg zurückgekehrt, ergötzen und erfreuen.
Nach einer liebevollen Feierstunde,
Von einem Gläschen edler Lethe, oder warens zwei?
Verschönt, begibt man sich zur Ruhe , flüstert „Gute Nacht“
Es legt sich die Erregtheit, es entspannt der Schlaf,
Und Ruhe breitet aus sich in der Burg.
Die edle Burgfrau lauscht den tiefen Atemzügen
des ehelichen Rittersmannes neben ihr,
Und sie erhebt sich leise, geht wohl in den Erker?
Kehrt bald zurück und schläft mit einem Lächeln ein.
„Das kann nur das verdammter Katzenvieh gewesen sein“
So tobt des Morgens unser Burgherr vor dem umgestürzten Tischchen
Und fast mit Tränen blickt er auf die Scherben,
Die von der Gartenzwergfigur verblieben,
Verstreut unwiederbringlich auf des Erkerzimmers Fliesen.
Er seufzt "Warum ließ ich die Türe offen,
Die ich doch stets geschlossen?"
Und während schmerzgebeugt
er seinen Frühstückstee genusslos schlürft,
Veredelt stillzufriedenes Lächeln seiner Burgfrau Züge.
siehe Fußnote zu Irrsinnsritter a.U. 158
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